Filmfestival: Tage des Indigenen Films in Rostock

23. – 25. November, Lichtspieltheater, Wundervoll li.wu. Frieda23, Rostock

Der diesjährige Schwerpunkt des Festivals ist Nachhaltigkeit. Indigene Gesellschaften prägen in besonderem Maße die Diskussion über nachhaltige Lebensweisen mit. Als direkte Betroffene machen Indigene auf ihr Unrecht aufmerksam. Verschwendung und Vernichtung von natürlichen Ressourcen, illegale Landnahmen und die Beschäftigung von lokalen Arbeitskräften unter unwürdigen Bedingungen sind Auswirkungen von profitorientiertem Wirtschaften und rücksichtsloser Politik. An verschiedensten Fallbeispielen zeigen Indigene auf, was diese Auswirkungen konkret für ihre Gesellschaften bedeuten. Gleichzeitig zeigen viele indigene Gesellschaften Alternativen auf, wie ressourcenschonender gewirtschaftet werden kann – womit sich die Menschheit als Ganzes auseinandersetzen muss, um ihre Lebensgrundlagen zu erhalten. Die romantisierende Vorstellung von Indigenen, die im Einklang mit der Natur leben würden, steht allerdings einem aufrichtigem Lernen voneinander im Wege: Ein stereotype Blick auf Indigene ist wenig nachhaltig und verunmöglicht die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Das diesjährige Festival möchte mit acht Dokumentar- und Spielfilmen und drei Workshops zu einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit indigenen Lebensperspektiven einladen.

Es werden Filme von und über VertreterInnen indigener Gruppen aus vier Kontinenten in unterschiedlichen regionalen Kontexten gezeigt. Verschiedene Erzählungen verdeutlichen, wie Indigene in die komplexen Mechanismen des globalen Kapitalismus eingewoben sind, wie traditionelle Lebensweisen gebrochen und neue entwickelt werden und dabei immer wieder neu ausgehandelt werden muss, was Nachhaltigkeit unter den aktuellen Bedingungen bedeuten kann. Der Vortrag Indianertümelei, Indianerfilme und Indigene Reaktionen Heute von Prof. Dr. Hartmut Lutz, Universität Greifswald, eröffnet das Filmfestival.

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